Eibenheim

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Wer sagt "Hier herrscht Freiheit" der lügt. Denn Freiheit herrscht nicht. Erich Fried


Blog des Familienlandsitzes Eibenheim - über uns, unsere Lebensweise und Interessantes zu den Themen Selbermacher, FreiSein und alternative Lösungen für das Leben

Die beste Art des Ökodorfs

Idee FamilienlandsitzsiedlungGeschrieben von yella Sa, Januar 27, 2018 16:35:08
Im Folgenden ein Beitrag von unserem Freund Stefan Veda - dem Produzent der Doku 'Ein neues Wir' - in welchem er nach vielen Erfahrungen mit verschiedenen Formen von Gemeinschaft erklärt, welche Form er warum für die Sinnvollste hält:

Seit ich meinen Film "Ein Neues Wir" im Jahre 2010 veröffentlicht habe, ist viel passiert.
Ich hatte die Gelegenheit, rund um die Welt zu reisen, um viele weitere ökologisch orientierte Gemeinschaften, Siedlungen und Dörfer zu besuchen. Der Plan war: Das "ideale Ökodorf" zu finden!
Auf dieser Suche nach dem idealen Ökodorf für mich und viele Menschen bin ich mittlerweile fündig geworden. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich habe meine Antwort gefunden! Bitte tief Luft holen und ruhig atmen.

Nach vielen Jahren des Erforschens und Erfahrens kann ich gesichert sagen: Die ideale Art des Ökodorfs bzw. einer Ökosiedlung ist ein Familienlandsitzdorf bzw. eine Familienlandsitzsiedlung!

Was ist eine Familienlandsitzsiedlung?
"Eine Familienlandsitzsiedlung ist eine Siedlung, in der Überwiegend Familien auf ihrem jeweils eigenen 1 ha großen Land in wohlgesinnter Nachbarschaft leben und ihren Lebensraum schrittweise und individuell vervollkommnen." (Definition: Stefan Veda)

Die Idee der Familienlandsitze und Siedlungen findet sich erstmals in der Anastasi­a-Buchreihe von Wladimir Megre wieder. Ab Band 4 wird detailliert dargestellt wie Familienlandsitze angelegt werden können und welche Bedeutung diese haben. Ein Familienlandsitz ist ein mindestens 1 Hektar (=100x100m) großes Stück Heimatland, das im Durchschnitt Platz für 5 Menschen bietet. Hier lebt man als Familie oder Großfamilie. Jede Familie erschafft sich sozusagen ihren "Raum der Liebe". Es gibt helle und komfortable Häuser, Obst- und Gemüsegärten und Teiche mit sauberem Wasser. Umgeben ist der Landsitz idealerweise von einem lebenden Zaun (Pflanzenhecke mit verschiedenen Sträuchern und Bäumen), der sowohl Sichtschutz, als auch Nahrungsquelle für Mensch und Tier darstellt. Weiters bietet er Unterschlupf für Vögel und liefert Brennholz oder Dünger für den Garten.


Einzelne Familienlandsitze formen sich zu einer Siedlung bzw. Dorf, die/das bis zu 300 Familien umfassen kann. Die durchschnittliche Siedlungsgröße liegt in Russland jedoch zwischen 30 und 100 Familien. Gemeinsam erschaffen die Menschen eine ideale Atmosphäre zum Leben, zur Entfaltung ihrer Kreativität und zum Aufziehen ihrer Kinder. Die meisten Siedlungen haben ein Gemeinschaftshaus für Gemeinschaftsaktivitäten und eine Schule, wo Eltern sich zusammenschließen um die Kinder zu 'unterrichten', Stichwort 'Homeschooling'.
Eine Familienlandsitzsiedlung ist jedoch keine Ökogemeinschaft.
Der Hauptunterschied zwischen einer Familienlandsitzsiedlung und gängigen Ökologisch orientierten Gemeinschaften ist leicht zu erklären. Die den meisten Menschen bekannten ökologisch oder spirituell motivierten Gemeinschaften (fälschlicherweise manchmal als 'Ökodorf' bezeichnet, richtigerweise müsste man sie jedoch 'Ökogemeinschaft' nennen) richten ihren Fokus im Kern auf Gemeinschaft aus. Land und Gebäude sind meist im gemeinschaftlichen Besitztum und werden kollektiv geleitet. Es wird zusammen gegessen, abgestimmt und oft zusammen gearbeitet. Dass dies auch viele Nachteile mit sich bringt, durfte ich selbst bei meinem Besuch von dutzenden Ökogemeinschaften dieser Welt immer wieder feststellen. In einer Familienlandsitzsiedlung hingegen geht es nur sekundär um Gemeinschaft. Es geht primär darum, auf seinem eigenen Land mit seiner Familie einen schönen Lebensraum zu gestalten, ein glückliches Leben zu führen und wieder ein vollkommener Mensch zu werden, der im Einklang mit der Schöpfung lebt. Gemä? dem Motto: "Ich bin nicht perfekt, aber ich arbeite jeden Tag daran, zur besten Version meiner selbst zu werden", perfektionieren die Bewohner ihre Lebensräume und damit sich selbst. Dass sich dadurch auf natürlichem Wege durch gute Nachbarschaften auch gemeinschaftliche Kooperationen auftun erscheint logisch. Dennoch liegt der Fokus nicht auf Gemeinschaft, sondern auf sich selbst und der eigenen Familie. Jede Familie wahrt ihren Landsitz und kann diesen an ihre Nachfahren hinterlassen, von Generation zu Generation.

Ein schönes Beispiel für eine sich entfaltende Familienlandsitzsiedlung ist 'Slavnoje'. Über diese Siedlung gibt es zwei Filme.
Im August 2015 habe ich einige der mittlerweile Über 300 Familienlandsitzsiedlungen in Russland besucht und darüber auch auf Vorträgen berichtet. Es hat mein Leben verändert.



Trotz meiner gewonnenen Kenntnisse denke ich dennoch, dass der Film "Ein Neues Wir" und das Gemeinschaftsverzeichnis "Eurotopia" ihren Platz haben. Warum?
Die darin gezeigten bzw. beschriebenen Projekte sind zwar keine Familienlandsitz-Siedlungen, dennoch haben viele von ihnen etwas, dass man sich als Inspiration für den eigenen Raum der Liebe, für den eigenen Familienlandsitz, mitnehmen bzw. abschauen kann. Als Experimentierfelder haben diese Projekte ihren guten Sinn gehabt. Dafür gebührt ihnen mein Dank und meine Anerkennung.
Jetzt jedoch ist die Zeit des globalen Wandels gekommen und es braucht ein Modell, das der Mehrheit der Menschen und der Mehrheit aller Familien entsprechen kann.

Meiner Ansicht nach liegt in den Familienlandsitzen, sowie in den Familienlandsitzdörfern bzw. Siedlungen die Zukunft.

Und diese wird wundervoll sein! Worauf warten wir also? Seid ihr mit dabei? :)

Geschrieben von
Stefan Wolf alias Stefan Veda
Originalveröffentlichung und mehr zum Thema auf
www.loveproductions.org



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Christina - die neuen Kinder

FreiSeinGeschrieben von yella Mi, Januar 17, 2018 13:18:13
Christina von Dreien ist eine 16-jährige junge Frau, die mit einer multidimensionalen Wahrnehmung und mit anderen paranormalen Begabungen gesegnet ist.

Eine tolle und wahre Geschichte!

"Ich bin nicht auf dieser Welt, um die Fehler anderer aufzudecken oder über sie zu urteilen. Ich will den Menschen einfach das Licht und den Frieden zurückbringen. Dann löst sich das Unlicht von alleine auf." Christina von Dreien


www.christinavondreien.ch





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Die Bienen

Die TiereGeschrieben von yella Do, Dezember 28, 2017 15:05:01
Da wir unsere Webseite abspecken, stelle ich die Berichte über unsere Bienen hier in den Blog:


Als Bienenfan hatte Christoph in der Schweiz schon die Hälfte eines Imkerkurses besucht, bevor er ihn wegen des Auswanderns nach Ungarn abbrechen musste. Hier auf seinem Land wollte er dann seine Kenntnisse umsetzen und einem Bienenvolk ein Zuhause geben. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt mit Bienen nicht viel zu tun gehabt und stand ihnen mit Respekt gegenüber wegen ihrer schmerzhaften Stiche, die bei mir auf Elefantenbeindicke geschwollene Gliedmaßen auslösen. Trotzdem wusste ich natürlich um ihre Nützlichkeit bei der Bestäubung der Pflanzen und das faszinierende Wesen der Biene. Als absoluter Tierfan kann es mir sowieso nicht zu viele Tiere auf meinem Land geben.

Nach einer Beschreibung aus den Anastasiabüchern baute Christoph ein spezielles Bienenhaus, das von der Funktion her einem ausgehöhlten, umgekippten Baumstamm ähnelt, ohne Rahmen oder andere Vorgaben. Es bietet dem Bienenvolk eher eine Art natürlichen Lebensraum, in dem man sie in Ruhe lässt, als eine „Melkstation“ aus der man ihren Honig entnimmt, um sie dann mit Zuckerlösung über den Winter zu bringen. Dementsprechend sind die Bienen in erster Linie zur Bestäubung und nicht als Honiglieferanten da.

Im Frühjahr 2010 besiedelten wir es mit einem kleinen Schwarm, der auch gleich mit dem Bau seines Bienenstocks anfing. Leider hatten wir ein ziemlich kühles, verregnetes und windiges Jahr, sodass es die großen Blütezeiten von Robinie und Kastanie verhagelte und verwindete. Auch alle weiteren Blütenpflanzen kamen nicht so recht in Fahrt und so schaffte es das kleine Volk leider nicht, genug Nahrung zu sammeln. Im Spätherbst lagen unsere zwei Kilo Schwarm verhungert im Kasten. Wir waren sehr traurig darüber und mussten auch hier leider per learning by doing feststellen, dass die Zufütterung von Zuckerwasser doch nicht immer so sinnlos ist. Im Jahr 2011 haben wir nun ausgesetzt mit der Bienenhaltung, im neuen Jahr möchten wir es aber gern noch einmal versuchen und auch andere naturnahe Bienenhausvarianten ausprobieren.

2016

Heutzutage haben es die Bienen nicht einfach zu überleben angesichts der Menge der eingesetzten Pestizide in der Landwirtschaft und des Verschwindens ihrer Nahrungsgrundlagen durch Monokulturen. Man möchte meinen, dass die Bienen wenigstens bei uns, wo es noch einiges an Wildwiesen und blühenden Bäumen und Sträuchern gibt, ein gutes Dasein fristen können. Aber auch hier haben die gestreiften Minis es schwer...

Unser Nachbar Reinhold hat im letzten Jahr 11 Bienenvölker auf einem Nachbargrundstück angesiedelt und kümmert sich hingebungsvoll darum. Durch ihn haben wir eine Menge gelernt und er hat uns dazu inspiriert, uns wieder mehr mit der Bienenhaltung zu beschäftigen. Im Moment experimentieren wir noch mit der richtigen Wahl des Kastens und der Pflege.







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Das Geflügel

Die TiereGeschrieben von yella Do, Dezember 28, 2017 15:02:21
Da wir unsere Webseite abspecken, stelle ich die Berichte über unser Geflügel hier in den Blog:


Im Sommer 2010 bekam ich zum Geburtstag meine erste Glucke mit einem Küken geschenkt. Darauf recht unvorbereitet, bauten wir ihnen einen provisorischen Hühnerstall und ein Gehege aus einer alten Hundehütte, ein paar Latten und etwas Kaninchendraht nahe des Hauses. So konnten sich Hunde, Katzen und Hühner erst mal stressfrei beschnuppern. Als das Küken größer wurde, machten die beiden allerdings lautstark klar, dass ihnen dieses Provisorium langsam zu eng wurde. Von da an liefen sie tagsüber frei herum, nachts schliefen sie nach wie vor in der Hundehütte. Die Glucke verschaffte sich vom ersten Freilauftag an durch die Methode „Angriff als beste Verteidigung“ Respekt bei den anderen Tieren und vor allem die Katzen machten sehr schnell einen großen Bogen um sie. So lief alles prima bis zu einem traurigen Tag im nächsten Frühjahr, als das mittlerweile ausgewachsene Küken sich mit dem neuen Nachbarskater anlegte und dabei den Kürzeren zog. Damit die Glucke nun nicht einsam war, besorgten wir ihr ein anderes Huhn aus dem Dorf, das sich ziemlich schnell gut einlebte. Da diese zwei Hühner nicht unsere einzigen bleiben sollten und Hühner ja eigentlich nicht in Hundehütten gehören, beschlossen wir, endlich den Bau eines richtigen Hühnerstalles in Angriff zu nehmen. Wir errichteten ein richtiges kleines Haus mit schön isolierten Wänden. Davor bauten wir ein Gehege aus Maschendrahtzaun und Akazienästen, das genug Auslauf und schattige Plätzchen für unsere „Vögel“ bot. Gerade zu dieser Zeit gab es in unserem Dorf eine Initiative, bei der alte Dorftraditionen wiederbelebt werden sollten. Zu diesem Zweck bekam jede Familie zehn Hühner geschenkt, die ihren Garten beleben und die Versorgung mit Eiern und Fleisch unterstützen sollten. Wir machten mit und erhielten so auch zehn Exemplare, die jedoch nur mit viel Phantasie als Hühner zu bezeichnen waren. Sie stammten allesamt aus Legebatterien und sahen dementsprechend aus: dürr, kahl, blutleer und mit abgebrochenen Schnäbeln und Krallen. Wir eröffneten also ein „Hühnersanatorium“ und die zehn Rekonvaleszenten eroberten sich gemeinsam mit unseren zwei „Alten“ ihr Hühnergehege. Leider währte ihr Glück nicht lange, denn nur zehn Tage nach ihrem Einzug schlich sich ein Hund aus dem Dorf in den noch nicht ganz fertigen Hühnerstall und biss alle zwölf Hühner tot. Das war ein rabenschwarzer Tag für uns und wir schworen uns, erst wieder Hühner zu haben, wenn Stall und Gehege zu einem „Hühneralcatraz“ ausgebaut sind. Durch diese Rechnung machte uns allerdings Christophs Freund Simon einen Strich, als er zwei Wochen später mit drei süßen Küken der Rasse „Marans“ zu Besuch kam. Dem war natürlich nicht zu widerstehen und die alte Hundehütte wurde reaktiviert, wo die drei ihre Kindertage sicher verbringen konnten. Währenddessen hatten wir Zeit, Hühnerstall und Gehege fertig zu stellen und zu verbessern. Ich war schon seit längerer Zeit fasziniert von den Riesenhuhnrassen „Brahma“ und „Cochin“ mit ihren befiederten Krallen, der „Belatschung“. Neben dem, dass ich sie einfach schön fand, hoffte ich, dass sich so große Hühner auch besser gegen eventuelle Feinde wie den Habicht zur Wehr setzen können. Wir entschieden uns für die friedlicheren Cochins und holten drei junge Hennen und einen Hahn aus Österreich, die zusammen mit den drei Marans-Hühnern den Stall neu belebten und bis jetzt prächtig wachsen und von Tag zu Tag schöner werden!

Wie ich mich in die Cochins verliebte, so verliebte Christoph sich in Gänse. Deswegen bekamen wir im Sommer noch ein junges Graugänsepaar, das zusammen mit den Hühnern das Gelände unsicher macht. Die Gänse erwiesen sich als neugierige, bisweilen sogar ziemlich freche Charaktere, die unsere Geflügelschar wirklich bereichern. Wir hoffen, dass sie, genauso wie die Hühner, im Frühjahr Eier legen und sie ausbrüten werden. Dort, wo Christoph die Gänse abholte, bekam er „gratis“ noch etwas dazu: Ein Japanisches Zwerghuhnpärchen. Ein Hahn und eine Henne in Miniaturausführung. Sobald die zwei sich bei uns eingewöhnt hatten, legten sie los mit Eierlegen, setzten sich dann drauf und nun haben wir neben den zwei „Großen“ noch vier weitere kleine Minihühner.

Ein paar Appenzeller Spitzhauben gaben ebenfalls Anlass zum Schmunzeln, da sie mit ihrem edlen schwarz-weiß-gefleckten Gefieder und der auffälligen Federhaube aussehen wie ein paar fürs Pferderennen herausgeputzte Damen, die unter eine Schar von Bauern geraten sind.

2016

Im Laufe der Jahre ab es einiges an Fluktuation in der Geflügelschar - das Federvieh lebt nicht ungefährlich, so frei auf weiter Feld und Flur... Eine Kombination aus neugeschlüpften Küken und Verlusten durch Raubvögel, Füchse, streunende Hunde, die nervige rote Vogelmilbe und mysteriöse Fälle von plötzlichem Hühnertod halten unsere Hühnerzahl auf plus/minus zwanzig. Aktuell mit dabei: Cochins, Brahmas, Marans, Grünleger, ein paar "gemeine" Legehühner und zwei Gänse.

2017
Wer diesen Blog verfolgt hat, hat schon gemerkt, dass wir nun ein paar Gänse mehr haben. :-) Zur Zeit macht eine 6-er-Bande die Gegend unsicher...






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Die Katzen - Nelly und Sina

Die TiereGeschrieben von yella Do, Dezember 28, 2017 14:55:26
Da wir unsere Webseite abspecken, stelle ich die Berichte über unsere Katzen hier in den Blog:


Unsere zwei kleinen Tiger leben in ihrem ganz persönlichen Mäuseparadies rund ums Haus und auf unserem Land. Die Katze Nelly, auch „Kaninchen“ genannt, da sie sich in der Wiese nur springend fortbewegt und auch eine kleine „Hasenpfote“ ist, hat ein eher häusliches Gemüt. Obwohl zart gebaut, ist sie manchmal ziemlich tollpatschig, es sieht dann aus, als hätte ihr Hinterteil etwas anderes vor, als der vordere Teil ihres Körpers. Der „Alltag“ ist für sie schon spannend genug, sie braucht keine Konfrontationen mit anderen Katzen. Ihr Leben ist schön, wenn es ein sonniges Plätzchen zum Schlafen gibt und morgens eine Extraschale Milch. Diese fordert sie auch lautstark ein und sieht dabei aus wie Graf Zahl mit ihren großen Öhrchen, den gelbgrünen Augen und den spitzen Eckzähnen.

(Der mittlerweile verstobene Kater) Mika und Nelly haben im Frühjahr 2010 ihre ersten Jungen gezeugt. Von diesen behielten wir Pino, der eine lustige Mischung aus seinen Eltern und das Katzenpendant zu Loé war. Aufgewachsen unter der ständigen Obhut seiner Eltern und von diesen auch mächtig gestopft mit Mäusen, kannte er keinen Mangel und keine Konkurrenz. Er schnurrte nahezu ständig in der Tonlage eines kleinen Dieselmotors und war absolut lieb zu allen Tieren, es sei denn, sie eigneten sich zum Spielen, dann mussten sie dazu herhalten, ob sie wollten oder nicht. Er hatte ein dickes Fell, im buchstäblichen wie übertragenem Sinne, allerdings nicht dick genug für Papa Mika - als diesem klar wurde, dass er einen SOHN hat, sprich einen Konkurrenzkater, machte er dem armen Pino das Leben so ungemütlich, dass dieser sich lieber ein neues Zuhause suchte.


Dazu gekommen ist allerdings Sina, unserem Findelkind aus dem Gartencenter in Zalaegerszeg, wo es jemand ausgesetzt hatte, so klein, dass ihr noch nicht einmal Zähne gewachsen waren. Als Weibchen hatte sie konkurrenzmäßig nicht zu befürchten. Wir gaben ihr also ein Zuhause bei uns, päppelten sie auf und verbannten den Flohzirkus aus ihrem Fell. Sie dankt es uns jeden Tag mit stürmischem Beschmusen und Schnurren.



Im Frühjahr 2017 verstarb unser Oberkater nach einem reichlich genossenen und erfüllten Katerleben. Er ist jedoch ein fester Bestandteil unserer Landsitzgeschichte, deswegen hat auch er hier immer noch eine Beschreibung verdient:
Der Oberkater Mika ist ein absolut sanftes Wesen zu seinen Menschen und Mitkatzen, aber man möchte nicht die Maus sein, die in seine Fänge gerät. Er hat sich zu einem „riesigen Brocken“ ausgewachsen, ist aber außerordentlich hübsch mit seinen „kajalumrandeten“ Augen, läuft so elegant wie ein Balletttänzer, hat ein feines, zartes Stimmchen und gehört auf jeden Fall dem Ungarischen Katzenlandadel an. Als ordentlicher Kater verteidigt er sein Revier mit Herzblut und vollem Körpereinsatz, um dann – hingestreckt auf dem heimischen Sofa – seine Blessuren von Frauchen gesundpflegen zu lassen.




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Die Hunde - Myria und Moritz

Die TiereGeschrieben von yella Do, Dezember 28, 2017 14:47:43
Da wir unsere Webseite abspecken, stelle ich die Berichte über unsere beiden Hunde hier in den Blog:



Myria und Moritz

Myria ist ein Appenzeller-Border Collie-Mix, der Collie kommt allerdings nur fünf Minuten am Tag durch und äußert sich dann durch wildes Ums-Haus-rennen. Den Rest des Tages ist Myria ein waschechter Appenzeller. Das heißt, sie ist ein sehr guter Wachhund und bekommt schlechte Laune, wenn sie Hunger hat. Sie ist ein absoluter Charakterhund, kann sehr charmant sein, um ihren Willen zu bekommen, aber auch aus Protest vor aller Augen auf den Teppich pinkeln. Ihre Aufgabe nimmt sie sehr ernst, sie ist fest verwachsen mit unserer Veranda und Fremde dürfen das Haus nur nach eingehender Prüfung durch unsere „Politesse“ betreten. Christoph hat Myria schon in der Schweiz eigens für diese Aufgabe ausgesucht und sie war ein absoluter Glückstreffer. In Ungarn wurde sie dann trächtig vom Nachbarshund Enzo, einem Berner Sennen- Collie-Mix. Sie bekam sieben Junge, von denen sechs einen Platz im Dorf fanden. Dazu weiter unten mehr.

Moritz ist im September 2015 geboren als einer von Loés Welpen. Er ist ein ganz besonderer kleiner Hund, der lange gebraucht hat, um in seinem Hundekörper anzukommen und von Anfang an aufgefallen ist durch seine Art - ein lustiger Vogel, der die Herzen der Menschen sofort berührt hat. Zuerst hatte er Ähnlichkeit mit einem Dachs, einem Gorilla, einem Kragenbär, einem Igel... es gab viele Assoziationen von Besuchern. :-)

Auch charakterlich war er sehr anrührend und speziell, sehr sensibel und er liebte es, von seinen Menschen gebürstet und von seinen Hunden geputzt zu werden. Eigentlich glich er eher einem Barbiehund für die Handtasche, fehlte irgendwie nur noch ein rosa Tütü...


Wir hatten uns eigentlich für einen anderen Welpen aus der ganzen Schar entschieden, ein Weibchen sollte es vor allem sein, leider starben die kleinen Racker aber an einem schlimmen Virus - Moritz bekam ihn mysteriöserweise nicht. Wir verstanden den Wink des Schicksals und haben nun viel Freude an unserem "Fellbubi", der sich zu einem wunderschönen und vor allem absolut freundlichen und genügsamen jungen Kerl auswächst. Willommen im Rudel, liebster Moritz!


Neben den verstorbenen Welpen trauerten wir vor allem um die Hundemutter Loé, die ebenfalls diesem Virus erlegen ist..

Sie war einer der Welpen Myrias und war uns sieben Jahre lang ein Hund, wie man ihn sich besser nicht wünschen könnte:

Bei ihr schlug der Doppelcollie voll durch, sie war ein absolutes Energiebündel, eine völlig unschuldige Seele, die keiner Fliege was zu Leide tat, sie schmuste mit den Katzen und bespielte alles, was nicht bei „drei“ auf dem Baum ist. Sie hatte absolutes Vertrauen darin, dass die ganze Welt nur dazu da ist, damit sie ihren Spaß hatte.





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Erinnerung an unsere "Verflossenen"

Die TiereGeschrieben von yella Do, Dezember 28, 2017 14:35:34

Wenn das Landleben komplett gemacht werden soll, dürfen Tiere natürlich nicht fehlen. Neben der Tatsache, dass sie glücklich machen, liefern sie dem Selbstversorger, je nach Tier, Fleisch, Eier, Federn (Daunen), Milch, Wolle, Schutz und helfen bei der Vertreibung von Schädlingen wie Mäusen.

Da wir kein Fleisch essen, schlachten wir unser Geflügel nicht, freuen uns aber über ihre Eier und die Wachsamkeit der Gänse.

Aktuell beherbergen wir Hunde, Katzen, Hühner und Gänse.

Allerdings ist “auf dem Land” die Tierfluktuation größer als im “goldenen Käfig” Stadt. Nicht immer sterben sie, manchmal muss man auch hinschauen und realisieren, dass Tier, Zeit und Ort nicht kompatibel sind.

Wir lernen loszulassen und den Moment zu lieben…

Herzhund Loé:


Therapiekater Mika:


Von-Stadt-zu-Land-Katze Mausi:


Riesenbaby Pino:


Die Pfauen:


Die Schafmädels Julischka und Nikita:






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Das Haus - SELBSTgebaut

Das HausGeschrieben von yella Do, Dezember 28, 2017 14:13:00
Da wir unsere Webseite abspecken, packe ich die Berichte über unseren Hausbau hier in den Blog:

anno 2009...


Da waren wir nun, der Herr Lehrer und die Ernährungswissenschaftlerin, zwei Stadtmäuse, die das Leben auf dem Land bisher eigentlich nur aus Heimatfilmen, Wochenendausflügen und einem Urlaub auf dem Bauernhof kannten. Dass Kühe nicht lila sind wussten wir zwar schon, aber von Gartenbau, Landschaftspflege und Tierhaltung über Katze und Hund hinaus, hatten wir bisher nicht viel gelernt. Leider ist das ja kein Unterrichtsfach in der Schule. Also alles „learning by doing“, die wahrscheinlich meistgenutzten drei Wörter auf diesem Hektar in den letzten drei Jahren. So auch bei der Ausführung des nächsten Teils von Christophs Traum: der Hausbau. Als er mir, noch via Internet, davon erzählte, dass er den Wunsch habe, sein Haus selbst zu bauen, dachte ich, er meint das so, wie es die meisten Menschen meinen, wenn sie sagen „Wir bauen ein Haus“. Also, man bespricht mit einem Architekten, was man sich vorstellt und macht am Ende vielleicht auch das Eine oder Andere selbst, aber den Großteil erledigt irgendeine Baufirma. Christoph allerdings sagte: „Nein, ICH baue das Haus“. Ich antwortete:“ Ohhhhhhh! Super!!!“ Konnte mir aber insgeheim nicht vorstellen, wie er das anstellen will. Schließlich ist auch „Haus bauen“ kein Unterrichtsfach in der Schule. Ich dachte mir also: „Ok, dann wird es wahrscheinlich so eine Art Hütte, als Kinder haben wir ja auch oft Hütten gebaut…“. Als ich dann jedoch die Baupläne sah, staunte ich nicht schlecht. Es handelte sich tatsächlich um ein „richtiges“ Haus, Grundmaße sechs auf zehn Meter, mit festen Wänden, zwei Stockwerken, Veranda und einem Ziegeldach, gebaut auf dem höchsten Punkt des Hektars. Allerdings konnte ich mir nun noch weniger vorstellen, wie das als Laie hinzubekommen sein sollte.

Da ich aber auch nicht auf ewig einen Wohnwagen bewohnen wollte, auch wenn dieser noch durch einen zweiten, etwas größeren, ergänzt worden war, war auch ich dafür, das Experiment zu wagen. Die Lösung war tatsächlich: learning by doing! Wir haben das Haus wirklich komplett selbst gebaut, Schritt für Schritt, ich sitze darin, habe es warm und gemütlich, während ich das hier schreibe. Lies hier die Geschichte:

Der Plan war es, ein Haus komplett aus natürlichen Materialien und so kostengünstig wie möglich zu bauen. Das heißt, in erster Linie kamen Holz, der auf unserem Land reichlich vorhandene Lehm, Stroh und diverses gebrauchtes Baumaterial zum Einsatz. Es sollte ein klassischer Riegelbau werden, ausgefacht mit selbst hergestellten Ziegeln aus einem Lehm-Stroh-Gemisch und einem Kaltdach aus normalen Dachziegeln.

Wir fingen, ganz logisch, mit den Fundamenten an. Diese wurden aus Backsteinziegeln gemauert, die wie fast alle unserer Ziegel, von einem abgebrochenen Haus aus dem Dorf stammten. Das Mauern an sich stellte kein Problem dar, jedoch das Austarieren auf eine Höhe, damit uns hinterher beim Essen nicht die Suppe aus dem Teller läuft, stellte eine erste Herausforderung für uns dar, die wir allerdings ganz gut meisterten. Das „Tabellenbuch für das Bau- und Holzgewerbe“, ein unscheinbares kleines Heft, von uns bald nur noch „die Bibel“ genannt, war uns den ganzen Bau über eine große Hilfe.

Nach den Fundamenten war das Fachwerk an der Reihe und damit jede Menge schwerer, langer Balken, die es zu bearbeiten und stämmen galt. Schon an diesem Punkt zweifelte ich stark, ob es wirklich möglich sei, alleine solche Arbeiten zu bewältigen. Auch Christoph wurde unsicher und es dauerte einige Zeit, bis er sich nach der Grundrahmen-Konstruktion in die „dritte Dimension“ wagte, also seinen ersten Balken in die Senkrechte stellte. Glücklicherweise erwies er sich als Naturtalent und ging schon bald mit der Kettensäge sicherer um, als mit dem Brotmesser. So errichtete Christoph innerhalb von sechs Wochen das Fachwerk, inklusive der Dachkonstruktion. Ab der zweiten Etage hatte er Unterstützung von einem Freund beim Stämmen der Balken. Ich war dabei keine große Hilfe, da mir das Holz einfach zu schwer war und ich muss gestehen, ich wagte in dieser Zeit kaum, zu den Beiden hinauf zu schauen, wie sie da in sechs Meter Höhe wie die Äffchen mit ihren Balken balancierten.

Zwischendurch stellten wir immer wieder Lehmziegel her, von denen Christoph auch schon in seinem ersten Jahr in Ungarn einige produziert hatte. Insgesamt benötigten wir circa 2000 Stück für unseren Bau, in jeden dieser Ziegel steckten wir ein kleines Stückchen Rosenquarz, um uns die bestmögliche Energie ins Haus zu holen. Ende August feierten wir gleichzeitig mit meinem Geburtstag auch das Richtfest, aber es gab kein Ausruhen, der Winter stand schon fast vor der Tür und unser Wohnwagen bot definitiv kein winterfestes Quartier! Also machten wir gleich weiter und deckten das Dach, hier verwendeten wir gebrauchte Ziegel, die wir im Dorf kauften. Dann starteten wir mit dem Bau und der Isolation (Lehm und Stroh) der Böden, fingen an die Lehmziegel zu vermauern und bauten die Fenster ein, die wir auch gebraucht erstanden von einem Händler, der Fenster und Türen von Abbruchhäusern aus Österreich importiert. So schafften wir es tatsächlich, Anfang November mit dem Einbruch der Kälte in unser Haus „einzuziehen“, allerdings mussten wir unsere Matratze ins Stroh legen, weil der endgültige Boden noch nicht gelegt war.Wir hatten nur einen kleinen provisorischen Ofen und es fehlte natürlich an sämtlicher Einrichtung. Eigentlich hatten wir nur diese eine Matratze, zwei Sitzkissen aus dem Wohnwagen und jede Menge Stroh und Lehm, der obere Raum war noch überhaupt nicht bewohnbar. Zum Kochen mussten wir weiterhin in den Wohnwagen, dementsprechend bestanden unsere Mahlzeiten zu 90% aus Müsli und Erdnüssen. Bis Mitte Dezember machten wir dann den Boden fertig und mauerten im oberen Stockwerk weiter, bis es dann so kalt wurde, dass sogar die Katze des Nachts unter die Decke gekrochen kam. Wir beschlossen, uns in die Winter“arbeits“ferien zu verabschieden und fuhren für zwei Monate in die Schweiz, um Geld zu verdienen. Im nächsten Frühjahr nahmen wir unsere Arbeit am Haus wieder auf und ein Möbeltransport mit unseren in Deutschland und der Schweiz eingestellten Möbeln ermöglichte uns sogar schon eine bescheidene Einrichtung unseres Heimes. Wir verbrachten das Jahr mit dem endgültigen Vermauern und Verputzen der Wände innen und außen, dem Ausbau des oberen Stockwerkes, der Isolation des Dachbodens, weiterer Lehmziegelproduktion und deren Vermauern, dem Bau der Veranda und diversen zeitaufwendigen Innenausbauarbeiten, wie dem Bau von Fensterbänken, einer Treppe, der Decke im oberen Stockwerk, dem Mauern des Schornsteines, dem Einrichten einer Zisterne im Dach, Bau eines Kochofens usw. Die Inneneinrichtung wanderte quer durch Haus von oben nach unten, hin und her, in die Mitte der Räume und wieder zurück, je nachdem, wo sich gerade die Baustelle befand. Im Winter ging Christoph wieder für zweieinhalb Monate in die Schweiz und ich erprobte die Winterfestigkeit unseres Hauses. Es schlug sich mit Bravour, allerdings war klar, dass wir noch einen richtig großen Heizofen benötigten, um die 120 Quadratmeter Wohnfläche warm zu bekommen. Dieser wurde in diesem Jahr in Angriff genommen. Ausserdem produzierten wir wieder Lehmziegel, mit denen wir vier der eingebauten Fenster wieder zumauerten, weil uns der Wärmeverlust über die großen Glasflächen zu stark war und die gebrauchten Fenster auch nicht alle von bester Qualität waren. Die Rahmen der verbliebenen Fenster wurden neu gestrichen, das obere Stockwerk wurde durch Rigipswände in drei Räume unterteilt, wir bauten Regale, richteten die Speisekammer und einen Schrankraum ein, installierten die Solar-Stromanlage und bauten die Veranda mit einem Geländer, einem Windfang und einer Komposttoilette am Haus aus.

Nun ist es wieder Winter, es gibt zwar noch immer einiges zu tun, die Beschäftigung für das nächste Jahr ist garantiert, zum Beispiel steht der Ausbau der Küche und der Abstellkammer noch an und es warten noch jede Menge Kleinigkeiten wie Fuß- und Deckenleisten auf ihre Erledigung, aber in den letzten drei Jahren haben wir tatsächlich ein (fast) komplettes Haus buchstäblich aus dem Boden gestampft, ein Haus, das wirklich als solches zu nennen ist: ein warmes, gemütliches, sicheres Heim mit Charakter und Charme! Natürlich ist nicht alles perfekt und hier und da sieht man, dass keine Profis am Werk waren, denn wirklich jeder einzelne Schritt beim Bau war komplettes learning by doing, manchmal waren es dadurch sehr langsame und kleine Schritte, denn vor jeder neuen Aufgabe standen wir zuerst mit riesengroßen Fragezeichen in den Augen. Wir fanden oft wahrscheinlich ungewöhnliche Lösungen, aber wir fanden sie, manchmal erwiesen sie sich als unpraktisch und wir mussten alles umändern, aber wir sind immer zu unserem Ziel gekommen. Es brauchte viel Flexibilität und des Öfteren fühlte ich mich wie Pipi Langstrumpf in ihrer Villa Kunterbunt, denn wir mussten mehr als einmal unsere Vorstellungen komplett umändern, damit sie realisierbar wurden, aber nun sitzen wir hier und würden unser Haus nicht für „die doppelte Menge“ eines anderen eintauschen wollen.


Die Lehmziegel

Lehm besitzt die guten Eigenschaften, dass er Wärme speichert und als offenporiges Material diese auf gesunde Art und Weise wieder abgibt. Stroh hat isolierende Wirkung, deswegen sind diese beiden Komponenten ein perfektes Duo für Hauswände und werden schon seit Jahrhunderten auf verschiedene Weise im Hausbau eingesetzt. Es gibt zum Beispiel Flechttechniken oder den Strohballenbau, bei dem das Stroh mit Lehm abgestrichen wird.

Der Ziegel, wie wir ihn herstellen, hat verschiedene Vorteile: Neben der schon genannten Superkombination von Wärmespeicherung und –isolierung sind die Ziegel mit einem Maß von 30 auf 20 auf 17 Zentimeter und durchschnittlich 5 kg Gewichthandlich und gut zu verarbeiten, das Stroh verhindert ein Rissigwerden des Lehms und die Ziegel sind sehr stabil, sodass sie mit einem normalen Fuchsschwanz zersägt und somit an Schrägen etc. angepasst werden können.

Zum Herstellen der Ziegel braucht man Lehm, Stroh, Wasser, eine Form und einen ebenen Untergrund zum Trocknen. Mit Wasser und Lehm stellt man eine „Lehmsuppe“ her, mit der man das Stroh benetzt und es dann circa sechs Stunden ziehen lässt, bis die Stroh-Lehm-Masse so formbar ist, dass sie eine modellierbare Konsistenz hat. Dann presst man die Masse durch die Formen und lässt die Rohlinge, je nach Witterung ungefähr zwei Wochen lang trocknen. Danach kann man sie vermauern, als Mörtel kann man auch wieder eine Stroh-Lehm-Masse, wahlweise noch vermischt mit etwas Sand, benutzen. So erhält man eine atmungsaktive sehr stabile Wand, die man beliebig verputzen kann.




Die Koch- und Heizöfen

Unser neues Haus müssen wir natürlich auch beheizen und etwas zu Essen kochen auch, deswegen war zu entscheiden, welche Energiequelle hierfür genutzt werden sollte. Von fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl wollten wir nicht abhängig sein, davon abgesehen, dass deren Förderung, Transport und Verbrennung nicht gerade nachhaltig ablaufen und gegen „moderne“ Varianten wie Holzpellets sprechen dieselben Argumente. Unsere Wahl fiel auf holzbefeuerte Koch- und Speicheröfen, da wir in einem robinienreichen Gebiet wohnen, also Brennholz in Hülle und Fülle vorhanden ist. Die Robinie ist das „Unkraut“ unter den Bäumen, da sie so gut wie unausrottbar ist und mit ihrem hyperschnellen Wachstum alles andere ersticken kann, dazu hat sie sehr hartes Holz, ähnlich der Eiche, das einen hohen Brennwert hat. In Kombination mit einer großen Fensterfront auf der Südseite des Hauses, um die Sonnenwärme auszunutzen, erschien uns dies als die bestmögliche Lösung.

Zum Bau der Öfen wurden in erster Linie normale Backsteine und ein Lehmmörtel verwendet. Beides sind offenporige Materialien, die die aufgenommene Wärme als gesunde Strahlungswärme wieder abgeben, im Gegensatz zu beispielsweise glasierten Kacheln, die bei gleicher Wärmestrahlung viel heißer werden und dadurch erstens den auf ihr liegenden und in der Luft vorhandenen Staub verbrennen, was ungesund ist und zweitens die Luft an den Kacheln zu sehr erhitzt, sodass sie Richtung Decke steigt und man immer einen heißen Kopf, aber kalte Füße hat.


Der Kochofen:

Christoph mauerte aus Backsteinziegeln und Lehm einen Ofen zum Kochen und Backen nach einer Beschreibung aus der Heftreihe „Einfälle statt Abfälle“. Koch- und Backstelle können unabhängig voneinander befeuert werden und der Ofen kann an wärmeren Tagen auch zum Heizen genutzt werden. Die Backröhre befindet sich auf Brusthöhe oberhalb und neben den Herdplatten, dadurch kann man den halbrunden Platz unter den Platten als Brennholzlager verwenden. Der Bereich der Kochplatten ist mit knapp 100 auf 50 Zentimetern recht groß, wo bei die Platte, die am weitesten von der Einfeuerstelle entfernt ist, eher als Warmhalte- denn als Kochplatte zu benutzen ist. Die beiden Standbeine des Ofens sind mit Lehm und Ziegelbruch gefüllt und ergeben so einen guten Wärmespeicher.

Der Heizofen:

Der Ofen zum Heizen entstammt vollständig Christophs Kopf und entpuppt sich nun in seinem ersten Winter als wahres Goldstück. Als drei Tonnen schwerer Grundofen ist sein Bauch unter der Feuerstelle einen guten halben Meter dick mit Basaltsteinen, Backsteinen und Lehm als Wärmespeicher gefüllt. Über der halbrund gemauerten, ziemlich großen Feuerstelle befindet sich ein Zugsystem von mehr acht Metern Länge. Der gesamte Ofen ist – genau wie der Kochofen – aus Backsteinziegeln und Lehm gemauert. Die Züge und der Boden des Feuerraumes sind zusätzlich noch ausgekleidet mit Schamottsteinen. Beide Öfen sind mit Lehm verputzt und mit Kalk geweißt. Der Ofen wird, je nach Witterung, ein- bis zweimal am Tag mit einem Arm voll Holz eingeheizt, so wird das ganze Haus angenehm temperiert. Im letzten Winter wurde im oberen Stockwerk schon ein kleiner gusseiserner Ofen mit Abwärmenutzung gebaut, der den großen Heizofen jetzt bei extremen Minustemperaturen unterstützen kann.


Strom

Da wir genauso wenig Elektriker wie Klempner sind, war die ganze Sache mit dem Strom erst mal ein Buch mit sieben Siegeln für uns. Wir hätten zwar die Möglichkeit gehabt, eine reguläre Stromleitung zu unserem Haus ziehen zu lassen, aber es war uns klar, dass wir eine unabhängige Stromquelle haben wollten. Deswegen entschieden wir uns für eine Solaranlage. Wir durchforsteten das Internet und mit der Unterstützung eines versierten Freundes von Christoph besorgten wir uns zwei 180 Watt-Solarpanels, zwei spezielle Solarbatterien, jede mit 250 Ampèrestunden Speicherkapazität, einen Laderegler, der das Input durch die Panels regelt und die Batterien vor Tiefenentladung schützt und weiteres Zubehör, wie Kabel etc. Die Solarpanels wurden an der Südseite des Hauses am Dach installiert, leider nicht im optimalsten Winkel, aber für unsere Möglichkeiten so optimal wie möglich. Damit war das Einfachste erledigt, danach erfolgte ein längerer Kampf mit dem Befüllen und erstmaligem Beladen der Batterien, da wir weder wussten, was genau in so eine Batterie hinein soll und wie man sie dann händeln muss. Aber auch das meisterten wir und als der Laderegler nach zwei Monaten Wartezeit endlich mit der Post ankam, konnten wir stolz unsere Handys am eigenen Strom laden! Bis dahin hatten wir unser Dunkel immer mit Petroleumlampen und diesem kleinen IKEA-Solar-Nachttischlampen erhellt, nun konnten wir Stromleitungen ziehen und es ward Licht! Die gesamte Stromanlage basiert auf der für Solaranlagen typischen Stromspannung von 12 Volt und nicht auf den 220 Volt des herkömmlichen Stromnetzes. Deswegen braucht man als Lichtquelle 12 Volt- kompatible LED-Lampen oder - für „normale“ Leuchtmittel - einen Stromumwandler, der die Spannung erhöht. Sämtliche anderen Geräte müssen ebenfalls umgerüstet werden oder über den Stromumwandler laufen. Da vor allem im Winter nicht immer mit Sonnenschein zu rechnen ist, ist auch der Strom nicht grenzenlos verfügbar, deshalb achtet man automatisch darauf, bewusst mit seinen „Vorräten“ umzugehen, möglichst energiesparende Geräte zu benutzen und überlegt auch hier wieder, was nötig ist und was nicht. Horrende Stromfresser - zum Beispiel ein Haarfön mit durchschnittlich 1000 Watt - verbannt man da ganz schnell aus dem Haus. Auch größere Haushaltsgeräte wie ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine würden die Batterien sehr schnell leeren. Aus diesem Grund haben wir uns gegen einen Kühlschrank entschieden und verwahren brenzlige Lebensmittel entweder in einem „Naturkühlschrank“ (ein im Boden vergrabenes Tongefäß) oder in der nach Norden gelegenen kühlen Speisekammer auf. Den Luxus einer Waschmaschine habe ich mir im letzten Jahr jedoch geleistet, diese läuft allerdings über den Benzingenerator.

Wasser:

Die Wassergeschichte würde diesen Rahmen hier sprengen...

Aktuell beziehen wir unser Trinkwasser aus dem Dorf, welches wir mittels Anhänger und Zisterne auf den Berg bringen. Als Brauchwasser nutzen wir Regenwasser.




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